Ist Bowling Sport? Kalorien, Intensität und Muskeln

Bowling gilt als Bewegung mit moderater Intensität. Hier erfahren Sie, wie Sie den Kalorienverbrauch schätzen, welche Muskeln ein Wurf beansprucht und wie Bowling in einen Bewegungsplan passt.

Giampiero Sirianni
Bowler in BOWLIO Nero Bowlingschuhen in einem tiefen Slide an der Foullinie

Ist Bowling Sport?

Bowling ist Bewegung mit moderater Intensität. Das Adult Compendium of Physical Activities von 2024 – das wissenschaftliche Standardwerk für den Energieverbrauch von Aktivitäten – führt Bowling mit 3,0 MET und Bowling in einer Bowlinghalle mit 3,8 MET. Werte von 3,0 bis 5,9 MET gelten als moderate Intensität.

Ein Bowlingspiel ist allerdings kein durchgehendes Training. Jeder Wurf verbindet einen kurzen Anlauf, den Armschwung, das Gleiten und die Abgabe; danach folgt eine Pause, während die anderen spielen. Wie fordernd eine Runde ist, hängt vom Spieltempo, der Zahl der Spieler auf der Bahn, dem Gewicht der Kugel und der eigenen Fitness ab.

Wie viele Kalorien verbrennt man beim Bowling?

Ein MET beschreibt den Energieverbrauch im Verhältnis zur Ruhe; ein MET entspricht etwa einer Kilokalorie pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde. Daraus ergibt sich eine einfache Schätzung: MET × Körpergewicht in kg × Stunden.

Bei 70 kg Körpergewicht ergibt eine Stunde Bowling mit 3,0 bis 3,8 MET rund 210 bis 270 kcal. Das ist ein Richtwert, keine Messung. Die Autoren des Compendium weisen darauf hin, dass die Werte nicht den genauen Energieverbrauch einer einzelnen Person wiedergeben: Alter, Körperzusammensetzung, Fitness und der Anteil der Stunde, in dem Sie sich tatsächlich bewegen, verändern das Ergebnis.

Deshalb führt auch eine Angabe „pro Spiel“ in die Irre. Allein ist ein Spiel schnell vorbei; mit voller Bahn dauert es deutlich länger, mit mehr Wartezeit dazwischen.

Welche Muskeln werden beim Bowling beansprucht?

Unterarm und Hand halten eine Bowlingkugel, die Sehnen sind deutlich sichtbar
Griff und Schwung trainieren Unterarm und Schulter.

Ein Wurf ist eine Ganzkörperbewegung. Eine Feldstudie mit Spitzenbowlern hat Gelenkwinkel vom Sprunggelenk bis zum Handgelenk, die Kräfte unter beiden Füßen und die Geschwindigkeit des Körperschwerpunkts gemessen. Die Geschwindigkeit des Körperschwerpunkts und die Bremskräfte an den Füßen hingen offenbar damit zusammen, wie schnell die Kugel die Hand verließ – die Beine tragen also zum Wurf bei.

  • Beine und Hüfte: die Schritte des Anlaufs und das abschließende Gleiten. Die Muskulatur an Hüfte, Oberschenkeln und Waden bringt Sie nach vorn, bremst ab und hält die Endposition.
  • Rumpf: stabilisiert die Haltung, während die Kugel neben dem Körper schwingt.
  • Schulter und Arm: führen Schwung und Durchschwung.
  • Unterarm, Handgelenk und Finger: halten die Kugel und steuern die Abgabe.

Mehr Griffkraft ist nicht automatisch besser. In einer Studie mit Wettkampfbowlern sagte ein bowlingspezifischer Griffkrafttest die Ergebnisse nicht voraus. Eine gut gebohrte Kugel und ein lockerer Schwung zählen mehr als festes Zupacken.

Gleichgewicht und Koordination

Anlauf, Gleiten und Abgabe immer gleich zu wiederholen, erfordert Timing und Körperkontrolle – und mit Übung wird diese Bewegung gleichmäßiger. Die Forschung zur Bowlingtechnik beschreibt die Bewegung selbst; dass Bowling Stürzen vorbeugt oder Gleichgewichtsprobleme behandelt, zeigt sie nicht.

Gelenkschonend, aber nicht ohne Risiko

Ein normaler Wurf kommt ohne Laufen, Springen oder Körperkontakt aus. Kugel, wiederholter Schwung und Gleiten beanspruchen dennoch Finger, Arm, Rumpf und Beine. Eine Studie zu Bowlingverletzungen, die zwischen 1990 und 2008 in US-Notaufnahmen behandelt wurden, nennt Finger, Rumpf sowie Sprunggelenk, Fuß oder Zehen als die am häufigsten verletzten Körperteile. Bei Kindern unter sieben Jahren war eine fallengelassene Kugel eine häufige Ursache, bei Menschen ab 65 Jahren gingen die meisten Verletzungen auf Stürze, Ausrutschen oder Stolpern zurück.

Vor dem Spiel

  • Wählen Sie eine Kugel, die Sie bequem halten, schwingen und abbremsen können. Die Bohrung ist so wichtig wie das Gewicht – mehr dazu im Beitrag das richtige Kugelgewicht wählen.
  • Wärmen Sie sich mit einigen leichten Bewegungen und Würfen auf. Unser Beitrag zu Aufwärmübungen vor dem Bowling zeigt einen einfachen Ablauf.
  • Tragen Sie Bowlingschuhe, halten Sie Anlauf und Sohlen trocken und die Hände von der Kugelrückgabe fern.
  • Hören Sie auf, wenn Sie einen stechenden Schmerz spüren, Ihnen schwindelig wird oder Sie das Gleichgewicht verlieren.
Frau in Sportkleidung und BOWLIO Torino Bowlingschuhen spielt die Kugel aus einem tiefen Ausfallschritt
Der Slide beansprucht Beine, Hüfte und Rumpf.

Bowling im Wochenplan

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen 150 bis 300 Minuten moderate Ausdauerbewegung pro Woche und zusätzlich an mindestens zwei Tagen muskelkräftigende Übungen für alle großen Muskelgruppen. Die aktiven Phasen einer Bowlingrunde zählen zu den Ausdauerminuten, die Wartezeit dazwischen nicht. Bowling ersetzt kein Krafttraining, ist aber eine gesellige Art, weniger Zeit im Sitzen zu verbringen.

Bei einer Verletzung, einer chronischen Erkrankung oder wiederkehrenden Schmerzen fragen Sie am besten Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine Physiotherapeutin, welche Aktivitäten zu Ihnen passen.

Wer regelmäßig bowlt, gleitet mit eigenen Schuhen jede Woche gleich. Warum das wichtig ist, lesen Sie in Warum sich eigene Bowlingschuhe lohnen; die Bowlingschuhe von BOWLIO sind aus echtem Leder, haben eine Gleitlaufsohle unter beiden Schuhen und sind für Links- und Rechtshänder geeignet.

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