Bowlingkugel bohren lassen: Spannweite, Pitch und Griff erklärt
So wird eine Bowlingkugel für Ihre Hand gebohrt: Spannweite, Pitch, Lochgröße, Conventional- und Fingertip-Griff, Einsätze und austauschbare Daumensysteme – und was im Pro Shop passiert.
Die Bohrung einer Bowlingkugel entscheidet, wie die Kugel in Ihrer Hand liegt: wie weit die Löcher auseinanderliegen, wie groß sie sind und in welchem Winkel sie gebohrt werden. Eine gute Passform erlaubt einen entspannten Griff und einen sauberen Abwurf. Dieser Leitfaden erklärt Spannweite, Pitch, Lochgröße, Griffarten und Einsätze – und was Sie im Pro Shop erwartet.
Warum die Passform zuerst kommt
Eine eigene Kugel sollte für Ihre Hand gebohrt werden, nicht nach den Maßen eines anderen Bowlers oder einer allgemeinen Tabelle. Ein qualifizierter Bohrer berücksichtigt Finger- und Daumengröße, Spannweite, Beweglichkeit, Griffart und Ihren Abwurf.
Bohren oder erweitern Sie Löcher nicht selbst. Eine Bohrung verändert die Kugel dauerhaft, und eine falsche Spannweite, ein falscher Pitch oder eine falsche Lochgröße kann bedeuten, dass die Löcher verschlossen und neu gebohrt werden müssen. Die IBPSIA (International Bowling Pro Shop and Instructors Association) bietet Schulungen und Zertifizierungen für Pro-Shop-Techniker an.
Conventional- oder Fingertip-Griff
Conventional-Griff
Mittel- und Ringfinger stecken bis zum zweiten Fingergelenk in der Kugel, die Spannweite ist kürzer. Der Griff fühlt sich sicher an und ist von Hauskugeln vertraut.
Fingertip-Griff
Die Finger stecken nur bis zum ersten Fingergelenk in der Kugel, die Spannweite ist größer. Beim Abwurf verlässt der Daumen die Kugel zuerst, und die Finger können sie stärker anheben und drehen – das unterstützt mehr Umdrehungen und Haken.
Keiner der beiden Griffe ist an ein Spielniveau gebunden. Entscheiden Sie gemeinsam mit Bohrer oder Trainer, nach Komfort, Beweglichkeit und dem Abwurf, den Sie lernen. Der Wechsel von Conventional zu Fingertip ist eine neue Anpassung, nicht einfach größere Löcher. Mehr zu Haken- und geradem Wurf: Hakenwurf oder gerader Wurf.
Spannweite, Pitch und Lochgröße
- Spannweite (Span): der Abstand zwischen Daumenloch und Fingerlöchern, gemessen von deren Griffkanten. Die Hand sollte natürlich auf der Kugel liegen, weder gestreckt noch gestaucht.
- Pitch: der Winkel, in dem jedes Loch gebohrt wird, gemessen an einer Linie zum Mittelpunkt der Kugel. Null Pitch zeigt genau auf den Mittelpunkt; Forward Pitch neigt sich zum Mittelpunkt hin, Reverse Pitch von ihm weg. Der Bohrer wählt den Pitch für jedes Loch einzeln, abhängig von Spannweite und Beweglichkeit.
- Lochgröße und -form: Finger und Daumen sollten bis zur vorgesehenen Tiefe hineingleiten und ohne Hängenbleiben herauskommen. Eng anliegend, aber ohne dass Sie zudrücken müssen.

Diese Maße hängen voneinander ab. Ein Problem, das scheinbar von einem Loch kommt, kann an Spannweite, Pitch oder Griffdruck liegen. Lassen Sie deshalb die gesamte Passform prüfen statt nur eine Einzeländerung vorzunehmen.
Fingereinsätze und austauschbare Daumeneinsätze

Fingereinsätze (Grips) verändern Durchmesser, Oberfläche und Gefühl der Fingerlöcher. Ein Daumeneinsatz (Slug) gibt dem Bohrer ein einheitliches Material, in das er das Daumenloch formt. Beide müssen zu Ihrer Hand passen; tauschen Sie sie aus, wenn sie abgenutzt sind oder nicht mehr passen.
Austauschbare Daumensysteme arbeiten mit einem herausnehmbaren Daumeneinsatz, der in passenden Kugeln einrastet. So haben Sie in mehreren Kugeln dasselbe Daumengefühl und können auf eine etwas andere Größe wechseln, wenn der Daumen anschwillt oder schrumpft. Mehrere Systeme stehen auf der USBC-Liste zugelassener herausnehmbarer Einsätze. Lassen Sie sie von einem Bohrer einbauen und anpassen.
Wann Sie die Passform prüfen lassen sollten
- Sie müssen die Kugel zusammendrücken, um sie zu halten.
- Daumen oder Finger bleiben hängen, reiben oder hinterlassen Druckstellen.
- Ihre Hand hat sich verändert, etwa durch Wachstum, Schwellung oder Verletzung.
- Sie ändern Griff oder Abwurf.
- Sie haben eine gebrauchte Kugel gekauft: Die Löcher eines anderen sind nicht Ihre Passform. Ein Pro Shop entscheidet, ob Verschließen und Neubohren sinnvoll ist.
Was im Pro Shop passiert
- Gespräch: Griff, Abwurf, Ziele, Veränderungen der Hand und eventuelle Beschwerden.
- Vermessung: jeder Finger, der Daumen, Spannweite und Beweglichkeit.
- Auswahl: Conventional oder Fingertip, Fingereinsätze, Daumeneinsatz oder austauschbares Daumensystem.
- Bohrung: Pitch und Tiefe werden eingestellt, Kanten abgerundet, Einsätze eingepasst.
- Passformprüfung: Kugel halten und, wo möglich, einige Würfe machen. Hängenbleiben, Reiben oder Druck sprechen Sie an, bevor Sie gehen.
Lassen Sie sich Ihre endgültigen Maße aufschreiben. Das hilft bei der nächsten Kugel, ersetzt aber keine neue Prüfung: Hände und Abwurf verändern sich.
Schmerz ist ein Stoppsignal
Treten beim Bowling Schmerzen auf, hören Sie auf. Ein Pro Shop kann die Ausrüstung prüfen, aber keine Verletzung beurteilen. Halten die Beschwerden an oder werden stärker, gehen Sie zu einem Arzt oder Physiotherapeuten.
Vor der Bohrung
Wählen Sie mit unserem Leitfaden zum Kugelgewicht ein Gewicht, das Sie kontrollieren, und vergleichen Sie die Materialien in Coverstock-Typen bei Bowlingkugeln erklärt. Den ganzen Ablauf in der richtigen Reihenfolge beschreibt Die erste Bowlingkugel auswählen. Neu im Sport? Beginnen Sie mit dem Bowling-Leitfaden für Einsteiger.