Hook oder gerader Wurf: Was passt zu Ihnen?
Der gerade Wurf ist leicht zu lernen und zuverlässig bei Spares, der Hook verbessert die Strike-Chancen. Hier vergleichen wir beide Stile, die passende Ausrüstung und wann es sich lohnt, den Hook zu lernen.
Hakenwurf oder gerader Wurf? Diese Frage stellt sich früher oder später jedem Bowler. Kurz gesagt: Der gerade Wurf ist leichter zu lernen und bei Spares sehr zuverlässig, der Hakenwurf (Hook) erreicht die Pocket dagegen in einem Winkel und verbessert Ihre Chancen auf einen Strike. Was zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie oft Sie bowlen, was Sie erreichen möchten und wie viel Zeit Sie ins Training stecken wollen.
Wenn Sie ganz neu beim Bowling sind, beginnen Sie mit unserem Einsteigerleitfaden.
Hook oder gerader Wurf: der Unterschied
Ein gerader Wurf läuft auf direktem Weg von der Hand zu den Pins, mit wenig oder gar keiner Rotation. Ein Hook wird mit seitlicher Rotation abgegeben: Die Kugel gleitet durch das Öl im vorderen Teil der Bahn und dreht erst im trockeneren hinteren Teil zur Pocket ein.
Der gerade Wurf
Vorteile
- Leicht zu lernen. Der Abwurf hat wenige Bewegungsteile. Die meisten Einsteiger spielen deshalb zunächst gerade und bekommen schnell ein Gefühl dafür, ihr Ziel zu treffen.
- Zuverlässig bei Spares. Viele erfahrene Bowler wechseln bei Spares zu einem geraden Wurf, besonders bei den Eckpins 7 und 10. Hier zählt Genauigkeit mehr als Hook.
- Einfache Ausrüstung. Eine Kunststoffkugel (Polyester) ist dafür gemacht, gerade zu laufen, und reagiert kaum auf das Öl auf der Bahn. Ihr Weg bleibt dadurch berechenbar.
Grenzen
Ein gerader Wurf trifft die Pins fast frontal. Die Würfe mit den besten Strike-Chancen erreichen die Pocket jedoch in einem Winkel, und dieser Winkel ist nur mit einem Hook erreichbar. Mit einem geraden Wurf brauchen Sie deshalb einen sehr genauen Treffer, damit alle zehn Pins fallen.
Der Hakenwurf
Bei Rechtshändern liegt die Pocket zwischen Pin 1 und Pin 3, bei Linkshändern zwischen Pin 1 und Pin 2. Ein Hook erreicht diese Pocket von der Seite. Die Kugel treibt so durch die Pins, statt von ihnen abgelenkt zu werden.
Vorteile
- Besserer Eintrittswinkel. Größere Eintrittswinkel haben sich als günstiger für Strikes erwiesen, und sie sind nur mit einem Hook erreichbar.
- Mehr fallende Pins. Eine Kugel, die im Winkel eintritt, trifft mehr Pins direkt und lässt seltener einzelne Pins stehen.
- Spielraum zum Anpassen. Wenn Sie den Hook beherrschen, können Sie Geschwindigkeit, Rotation und Laufweg an unterschiedliche Bahnbedingungen anpassen. Das wird in der Liga und bei Turnieren wichtig.
Wie Ihr Abwurf den Laufweg der Kugel bestimmt, erklärt unser Leitfaden zu Release-Techniken.
Grenzen
- Mehr Training. Ein gleichmäßiger Hook braucht Zeit: Timing, Handgelenkhaltung und Fingerrotation müssen zusammenspielen.
- Eine eigene Kugel. Für einen Hook brauchen Sie eine Kugel mit Reaktivharz- (oder Urethan-)Oberfläche, gebohrt für Ihre Hand mit Fingertip-Griff. Unser Artikel zu Coverstock-Typen erklärt die Unterschiede zwischen Kunststoff-, Urethan- und Reaktivkugeln.
- Die Bahn lesen. Ein Hook reagiert auf das Ölmuster. Da sich das Öl im Lauf eines Abends verändert, müssen Sie Ihre Linie anpassen.
Ausrüstung: Reaktivharz oder Kunststoff
Eine Kunststoffkugel hat eine glatte Oberfläche, die mit wenig Reibung über das Öl gleitet, und läuft deshalb gerade. Eine Reaktivkugel hat eine mikroskopisch raue, poröse Oberfläche, die mehr Reibung mit der Bahn erzeugt und damit mehr Hook.
Viele Ligaspieler haben deshalb zwei Kugeln dabei: eine Reaktivkugel für den ersten Wurf und eine Kunststoffkugel für Spares. Für den Anfang reicht eine Kunststoffkugel. Wenn Sie den Hook lernen möchten, ist eine im Pro Shop gebohrte Reaktivkugel der erste Schritt. Der Pro Shop hilft Ihnen auch beim passenden Kugelgewicht.
So funktioniert der Hook-Abwurf
Ein Hook entsteht nicht durch Kraft, sondern durch die Finger. Beim Fingertip-Griff stecken Mittel- und Ringfinger nur bis zum ersten Gelenk in der Kugel. Wenn die Kugel den tiefsten Punkt des Schwungs erreicht, verlässt zuerst der Daumen die Kugel. Danach heben die Finger an und drehen die Kugel leicht: bei Rechtshändern gegen den Uhrzeigersinn, bei Linkshändern im Uhrzeigersinn.
Auch die Geschwindigkeit spielt eine Rolle: Mittleres Tempo mit kontrollierter Rotation ergibt einen berechenbaren Hook. Zu viel Tempo verringert den Hook, zu viel Rotation bei zu wenig Tempo lässt die Kugel zu früh einhaken oder rutschen.
Den Hook lernen: Schritt für Schritt
- Die passende Kugel. Lassen Sie im Pro Shop eine Reaktivkugel mit Fingertip-Griff bohren.
- Handgelenk locker lassen. Erzwingen Sie keine Rotation. Halten Sie das Handgelenk hinter der Kugel und lassen Sie beim Abwurf die Finger arbeiten.
- Den Abwurf einzeln üben. Stellen Sie sich ohne Anlauf an die Foullinie und üben Sie nur den Abwurf: erst der Daumen, dann die Finger.
- Den Anlauf schrittweise dazunehmen. Wenn der Abwurf aus dem Stand gleichmäßig gelingt, kommt Ihr normaler Anlauf dazu.
- Filmen Sie sich. Auf Video sehen Sie leichter, was Ihr Abwurf tatsächlich macht.
- Die Spare-Kugel behalten. Spielen Sie einzelne Pins weiterhin gerade. Der Hook ist für den ersten Wurf, der gerade Wurf für Spares.
Ein gleichmäßiges Gleiten im Anlauf hilft Ihrem Timing, egal welchen Stil Sie wählen. Bowlingschuhe von BOWLIO haben unter beiden Schuhen eine Gleitlaufsohle aus Leder und eignen sich damit für Links- und Rechtshänder, vom Einsteiger bis zum Profi.
Welcher Stil passt zu Ihnen?
Wenn Sie ab und zu zum Spaß bowlen, sind Sie mit dem geraden Wurf gut bedient. Wenn Sie regelmäßig spielen, in einer Liga antreten oder Ihren Schnitt verbessern möchten, lohnt es sich, den Hook zu lernen. Rechnen Sie damit, dass Ihre Ergebnisse eine Zeit lang sinken, während Sie Ihren Abwurf umstellen.
Beide Stile haben ihren Platz. Viele erfahrene Bowler nutzen in jedem Spiel beide: einen Hook für den ersten Wurf und einen geraden Wurf für Spares.
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