Die erste Bowlingkugel auswählen: Gewicht, Griff und Material
Gewicht, Coverstock, Griff und Bohrung: So wählen Sie Ihre erste eigene Bowlingkugel Schritt für Schritt aus – und das sollten Sie vor dem Kauf prüfen.
Die erste eigene Bowlingkugel auszuwählen, läuft auf vier Fragen hinaus: Welches Gewicht können Sie gleichmäßig werfen, wie wird die Kugel für Ihre Hand gebohrt, welcher Coverstock passt zu Ihrem Spiel und wo kaufen Sie sie? Dieser Leitfaden führt Sie in einer sinnvollen Reihenfolge durch alle Schritte.
Hauskugel oder eigene Bowlingkugel?
Eine Hauskugel gehört dem Bowlingcenter und ist für niemanden persönlich gebohrt. Zum Ausprobieren ist das in Ordnung, doch Lochabstand und Lochgrößen passen selten genau zu Ihrer Hand. Nach den Regeln des US-Verbands USBC haben Hauskugeln eine Schale aus Polyester oder einfachem Urethan.
Eine eigene Kugel ist für Ihre Hand gebohrt und fühlt sich deshalb jedes Mal gleich an. Das erleichtert einen wiederholbaren Wurf. Einen Überblick über den Einstieg mit eigener Ausrüstung gibt unser Beitrag Bowling mit eigener Ausrüstung starten.
Schritt 1: Ein Gewicht wählen, das Sie gleichmäßig werfen können
Nach den Ausrüstungsregeln der USBC darf eine Bowlingkugel höchstens 16 Pfund (etwa 7,26 kg) wiegen; ein Mindestgewicht gibt es nicht. Das ist eine Wettkampfgrenze, keine Empfehlung. Die bekannte Faustformel „zehn Prozent des Körpergewichts“ ist nur ein grober Anhaltspunkt.
- Kontrolle: Wählen Sie ein Gewicht, mit dem Sie Gleichgewicht, Tempo und Abwurf über ein ganzes Spiel halten.
- Erst die Passform: Eine Kugel mit passenden Löchern fühlt sich oft leichter an als eine gleich schwere Hauskugel. Vergleichen Sie Gewichte deshalb mit passendem Griff.
- Mehrere Versuche: Testen Sie mehr als ein Gewicht über mehrere Würfe, nicht nur einen.
- Komfort: Schmerzen Schulter, Ellbogen oder Handgelenk, hören Sie auf und lassen Sie Gewicht und Passform prüfen.
Mehr zum Testen verschiedener Gewichte: das richtige Gewicht der Bowlingkugel wählen.
Schritt 2: Den Coverstock wählen
Der Coverstock ist die äußere Schale der Kugel – der Teil, der Bahn und Öl berührt. Er bestimmt maßgeblich, wie stark die Kugel hakt, zusammen mit der Oberfläche, dem Kern, Ihrer Geschwindigkeit und Umdrehungszahl sowie den Bahnbedingungen.
Polyester (Plastik)
Polyester erzeugt die geringste Reibung und läuft am geradesten. Es ist die übliche Wahl für Spares und eine sinnvolle erste Kugel, wenn Sie gerade werfen.
Urethan
Urethan erzeugt mehr Reibung als Polyester und einen ruhigeren, gleichmäßigeren Haken als Reaktivkugeln. Es passt zu Bowlern, die eine kontrollierbare Kurve suchen, besonders auf trockeneren Bahnen.
Reaktivharz (Reactive Resin)
Reaktive Schalen haben mikroskopisch kleine Poren, die Öl aufnehmen. Dadurch greifen sie stärker und haken mehr. Eine Einsteiger-Reaktivkugel ist eine häufige Wahl für Bowler, die den Hakenwurf lernen.
Die Unterschiede im Detail: Coverstock-Typen bei Bowlingkugeln erklärt.
Schritt 3: Conventional- oder Fingertip-Griff
Der Griff beschreibt, wie die Kugel für Ihre Hand gebohrt wird.
- Conventional-Griff: Mittel- und Ringfinger stecken bis zum zweiten Fingergelenk in der Kugel. Der Griff fühlt sich sicher an und ist von Hauskugeln vertraut.
- Fingertip-Griff: Die Finger stecken nur bis zum ersten Fingergelenk in der Kugel, die Spannweite ist größer. Beim Abwurf verlässt der Daumen die Kugel zuerst, und die Finger können sie stärker anheben und drehen – das unterstützt mehr Umdrehungen und Haken.
Welcher Griff zu Ihnen passt, hängt von Hand, Beweglichkeit und dem Abwurf ab, den Sie lernen. Besprechen Sie das mit einem Pro Shop oder Trainer. Was beim Bohren passiert, erklärt unser Leitfaden zur Bohrung von Bowlingkugeln.
Schritt 4: Vorgebohrt oder individuell gebohrt?
Manche Einsteigerkugeln werden in einigen Standardgrößen vorgebohrt verkauft; viele andere Kugeln kommen ungebohrt und werden nach dem Kauf gebohrt.
- Vorgebohrt: Spannweite und Lochgrößen stehen fest. Lohnt sich nur, wenn das Maß wirklich zu Ihrer Hand passt.
- Individuell gebohrt: Ein Pro Shop vermisst Ihre Hand und bohrt Spannweite, Pitch und Lochgrößen passend. Fragen Sie, welche Nachjustierungen enthalten sind.
In USBC-Wettbewerben muss jedes Griffloch bei jedem Wurf benutzt werden (Hauskugeln sind ausgenommen). Sagen Sie dem Bohrer deshalb genau, wie Sie die Kugel halten.
Wo Sie Ihre erste Bowlingkugel kaufen
- Pro Shop vor Ort: vermisst Ihre Hand, bespricht Ihr Spiel und bohrt die Kugel. Der einfachste Weg zur ersten Kugel.
- Online: Modell, Gewicht, Coverstock, Bohrstatus und Rückgabebedingungen prüfen und die Bohrung im Pro Shop einplanen.
- Gebraucht: Modell, Gewicht und Zustand prüfen. Risse können eine Kugel für Wettkämpfe unzulässig machen, alte Löcher müssen eventuell verschlossen und neu gebohrt werden.
Vergleichen Sie Gesamtpakete statt Regalpreise: Kugel, Bohrung, Einsätze und spätere Nachjustierungen.
Die Schuhe nicht vergessen
Ein wiederholbarer Wurf hängt nicht nur von der Kugel ab, sondern auch von einem berechenbaren Gleiten. Wenn Sie in eine eigene Kugel investieren, lohnt sich deshalb auch der Gedanke an eigene Schuhe. Bowlingschuhe von BOWLIO sind oben wie unten aus echtem Leder, mit einer Gleitlaufsohle unter beiden Schuhen – damit eignen sie sich für Links- und Rechtshänder, vom Einsteiger bis zum Profi. Mehr dazu: Warum sich eigene Bowlingschuhe lohnen.
Checkliste für die erste Bowlingkugel
- Ihr Stil: Wollen Sie gerade werfen oder den Hakenwurf lernen?
- Gewicht: über mehrere Würfe mit passendem Griff getestet?
- Coverstock: Polyester für gerade Würfe und Spares, Urethan oder Einsteiger-Reaktiv für den Haken?
- Griff und Bohrung: Hand vermessen, Conventional oder Fingertip entschieden?
- Kauf: Bohrung, Nachjustierung und Rückgabebedingungen geklärt?