Warum Bowling-Pins unterschiedlich fallen: Pin-Action erklärt

So funktioniert Pin-Action: Nummerierung der Pins, die vier Pins, die die Kugel beim Strike tatsächlich trifft, Ablenkung, Messenger-Pins, flacher und klingelnder 10er-Pin – und wie Sie Ihren Wurf danach anpassen.

Michael Spare
Why Bowling Pins Fall Differently Every Time

Warum Bowling-Pins unterschiedlich fallen

Zwei Würfe treffen scheinbar dieselbe Stelle in der Pocket – und das Ergebnis ist trotzdem ein anderes: einmal Strike, einmal ein einzelner 10er-Pin. Der Grund ist die Pin-Action. Die Kugel berührt selbst nur wenige Pins; der Rest fällt, weil Pins andere Pins treffen. Wie diese Kettenreaktion abläuft, hängt davon ab, wo, in welchem Winkel und mit wie viel Energie die Kugel in die Pins läuft. Wer das versteht, kann an den stehen gebliebenen Pins ablesen, was passiert ist.

Die Nummerierung der Pins

Um die Pin-Action zu lesen, brauchen Sie die Nummern. Die 10 Pins stehen in vier Reihen, nummeriert von vorne nach hinten und von links nach rechts, von der Bahn aus gesehen:

  • Reihe 1 (vorne): Pin 1, der Kopfpin (Headpin)
  • Reihe 2: Pin 2 (links) und Pin 3 (rechts)
  • Reihe 3: Pin 4, Pin 5 (Mitte) und Pin 6
  • Reihe 4 (hinten): Pin 7 (linke Ecke), Pin 8, Pin 9 und Pin 10 (rechte Ecke)

Die Pins stehen von Mitte zu Mitte 12 Zoll (30,48 cm) auseinander. Die Pocket ist bei Rechtshändern die Lücke zwischen Pin 1 und 3, bei Linkshändern zwischen Pin 1 und 2. Die folgenden Beispiele beschreiben einen Rechtshänder; für Linkshänder gilt alles spiegelverkehrt.

Die Physik der Pin-Action

Eine Bowlingkugel darf bis zu 16 Pfund (7,26 kg) wiegen. Ein Pin wiegt zwischen 3 Pfund 6 Unzen und 3 Pfund 10 Unzen (etwa 1,53 bis 1,64 kg). Die Kugel ist also um ein Vielfaches schwerer als ein Pin – zehn Pins allein umwerfen kann sie trotzdem nicht.

Bei einem idealen Strike in die Pocket berührt die Kugel eines Rechtshänders nur vier Pins: 1, 3, 5 und 9. Die übrigen sechs fallen durch Pin-Action: Der Kopfpin wirft Pin 2, Pin 2 wirft Pin 4, Pin 4 wirft Pin 7; rechts wirft Pin 3 den Pin 6 und Pin 6 den Pin 10; Pin 5 wirft Pin 8. Die Kugel startet die Kette, die Pins vollenden sie.

Ablenkung und Durchschlagskraft

Bei jedem Treffer gibt die Kugel Energie ab und wird von ihrer Linie abgelenkt. Das nennt man Deflection (Ablenkung). Die Gegenseite – dass die Kugel ihre Linie durch die Pins hält – wird oft als Drive bezeichnet. Wird die Kugel zu stark abgelenkt, verfehlt sie Pin 5 oder trifft ihn zu schwach, und Pins bleiben stehen.

Was der Kugel hilft, ihre Linie zu halten:

  • Eintrittswinkel – ein steilerer Winkel in die Pocket räumt besser ab. Eine Pin-Carry-Studie des US-Verbands USBC ermittelte rund 6 Grad als idealen Eintrittswinkel.
  • Kugelgewicht – in derselben Studie erhöhten schwerere Kugeln im Allgemeinen die Chance auf einen Strike. Wie Sie das passende Kugelgewicht wählen, erklärt unser Leitfaden.
  • Treffpunkt – als idealen Eintrittspunkt nennt die Studie Brett 17,5.

Messenger-Pins

Ein Messenger ist ein Pin, der quer über das Pindeck läuft und dabei andere Pins umwirft – und so einen Strike vollendet oder einen Split abräumt. Ein Pin von der linken Seite kann zum Beispiel über das Deck rutschen und den 10er-Pin mitnehmen. Messenger sehen nach Glück aus, folgen aber derselben Physik wie alle anderen Pins: Sie hängen davon ab, mit welchem Winkel und wie viel Energie die Kugel in die Pocket läuft.

Leichte und hohe Treffer

Wo die Kugel den Kopfpin trifft, bestimmt, in welche Richtung die Pins fliegen:

  • Leichter Treffer (light hit): Die Kugel streift den Kopfpin nur und trifft Pin 3 weiter seitlich. Bei einem leichten Treffer geht Pin 6 oft in die rechte Rinne, und die Kugel verlässt das Deck rechts von Pin 9.
  • Hoher Treffer (high hit): Die Kugel trifft zu viel vom Kopfpin. Der Kopfpin läuft in Pin 5, und Pin 6 kann gerade nach hinten gehen und den 10er-Pin links verfehlen.

Mehr zum richtigen Treffpunkt lesen Sie in unserem Beitrag, wie Sie die Strike-Pocket gleichmäßig treffen.

Der 10er-Pin: flach oder klingelnd

Der einzelne 10er-Pin ist für Rechtshänder der häufigste Rest. Es gibt ihn in zwei Varianten, und sie bedeuten Unterschiedliches:

  • Flacher 10er (flat 10): Pin 6 fällt kraftlos in die Rinne vor dem 10er-Pin, ohne ihn zu berühren. Das deutet meist auf einen schwachen oder leichten Treffer: zu wenig Winkel, zu viel Ablenkung oder eine Kugel, die zu lange rutscht und nicht mehr durchzieht.
  • Klingelnder 10er (ringing 10): Pin 6 fliegt um den 10er-Pin herum und verfehlt ihn. Das wirkt kraftvoller und entsteht eher bei einem starken, hohen Eintritt, bei dem Pin 3 den Pin 6 seitlich trifft und an der 10 vorbeischickt.

Derselbe Rest kann also gegensätzliche Korrekturen verlangen. Achten Sie darauf, was Pin 6 macht, bevor Sie etwas ändern.

Stehen gebliebene Pins richtig lesen

Ein einzelner Wurf sagt wenig. Mehr verrät das Muster über mehrere Frames:

  • Immer wieder der 10er-Pin: prüfen, ob er flach oder klingelnd stehen bleibt (siehe oben).
  • Pin 5 bleibt stehen: meist ein leichter Treffer – der Kugel fehlten Winkel oder Energie, um Pin 5 mitzunehmen.
  • Bucket (2-4-5-8): Die Kugel verliert oft zu früh Energie und rollt nur noch aus, bevor sie die Pins erreicht.

Die richtige Anpassung

Die Grundregel für Anpassungen lautet: in Richtung des Fehlers umstellen und dasselbe Ziel auf der Bahn behalten. Trifft die Kugel leicht (verfehlt nach rechts), stellen Sie sich weiter rechts auf; trifft sie hoch (verfehlt nach links), weiter links. Für größere Winkeländerungen nutzen viele Trainer die 2-und-1-Regel: Für je zwei Bretter, die Sie mit den Füßen umstellen, verschieben Sie Ihr Ziel um ein Brett in dieselbe Richtung.

Anpassungen funktionieren nur, wenn sich der Rest Ihres Wurfs wiederholt. Dazu gehört das Gleiten: Leihschuhe gleiten von Paar zu Paar oft sehr unterschiedlich, und Ihr Abwurfpunkt wandert mit. Eigene Bowlingschuhe geben Ihnen ein Gleiten, das Sie kennen und auf das Sie sich verlassen können. Die Schuhe von BOWLIO sind aus echtem Leder, oben wie unten, mit Gleitlaufsohle unter beiden Schuhen – für Links- und Rechtshänder geeignet.

Pin-Action gezielt nutzen

Pin-Action folgt der Physik, nicht dem Zufall. Die Kugel startet den Ablauf, die Pins vollenden ihn. Laufen Sie mit gutem Winkel und genug Energie in die Pocket, lesen Sie, was Pin 6 und Ihre stehen gebliebenen Pins Ihnen zeigen, und ändern Sie immer nur eine Sache auf einmal.

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