Rev Rate beim Bowling erhöhen: so gelingt es

Was die Rev Rate bedeutet, wie sie gemessen wird und wie Handgelenk, Griff, Release und einfache Übungen zu mehr Umdrehungen führen – mit realistischen Erwartungen und dem Hinweis, warum Kontrolle vorgeht.

Giampiero Sirianni
Bowler spielt eine Kugel mit starker Rotation auf der Bahn

Die Rev Rate ist die Zahl der Umdrehungen, die Ihre Bowlingkugel pro Minute macht (U/min, englisch rpm). Mehr Umdrehungen bedeuten meist einen stärkeren Hook und einen steileren Einlauf in die Pocket. Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie Ihre Rev Rate beim Bowling erhöhen – über Handgelenk, Griff, Release und gezielte Übungen – und warum Kontrolle wichtiger ist als die Zahl selbst.

Was die Rev Rate bedeutet

So wird die Rev Rate gemessen

Laut dem US-Bowlingverband USBC lässt sich die Rev Rate am besten direkt nach dem Release messen, wenn Daumen und Finger die Kugel verlassen. Üblich ist die Messung per Video: Sie markieren einen Punkt auf der Kugel, zählen in Zeitlupe, wie oft sie sich innerhalb einer bestimmten Anzahl von Bildern dreht, und rechnen das auf Umdrehungen pro Minute um.

Typische Bereiche

Spieler werden häufig nach ihrer Rev Rate eingeordnet:

  • Stroker – ruhiger Release, meist unter 300 U/min.
  • Tweener – dazwischen, etwa 300 bis 370 U/min.
  • Cranker – kräftiger Einsatz des Handgelenks, meist über 400 U/min.

Beidhändige Spieler erreichen oft höhere Werte; bei Jason Belmonte und Jesper Svensson wurden jeweils über 500 U/min gemessen. Diese Gruppen beschreiben einen Stil, kein Leistungsniveau: Erfolgreiche Profis gibt es in allen dreien.

Rev Rate, Achsrotation und Achsneigung

Die Rev Rate wird oft mit zwei anderen Merkmalen des Release verwechselt. Die Achsrotation beschreibt, wie weit die Drehachse der Kugel zur Seite gedreht ist, und prägt die Form des Hooks. Die Achsneigung beschreibt, wie steil die Achse gekippt ist, und beeinflusst, wie lange die Kugel rutscht, bevor sie hakt. Klären Sie vor jeder Änderung am Release, welchen der drei Werte Sie tatsächlich verändern wollen.

Die Handgelenkposition

Ein festes, angewinkeltes (gecuptes) Handgelenk hält die Finger länger hinter und unter der Kugel und ist einer der wirksamsten Wege zu mehr Umdrehungen. Ein gerades oder abgeknicktes Handgelenk verringert die Rotation. Die Unterschiede erklärt unser Beitrag zur Handgelenkposition beim Bowling. Wenn Sie die Position im Schwung nur schwer halten, kann eine Handgelenkstütze helfen – am besten als Trainingshilfe, nicht als dauerhafter Ersatz für Technik.

Handgelenk und Finger unter der Kugel am tiefsten Punkt des Schwungs
Ein festes Handgelenk unter der Kugel verstärkt die Rotation.

Ein häufiger Grund für ein einknickendes Handgelenk ist eine zu schwere Kugel. Dann hilft eine leichtere Kugel oft mehr als zusätzliche Kraft; siehe das richtige Kugelgewicht wählen.

Griff und Bohrung

Fingertip- oder konventioneller Griff

Beim konventionellen Griff stecken die Finger bis zum zweiten Gelenk in der Kugel, beim Fingertip-Griff nur bis zum ersten. Der Fingertip-Griff hält die Finger beim Release länger in der Kugel und gilt als der größte Ausrüstungsfaktor für mehr Umdrehungen. Er setzt eine auf Ihre Hand gebohrte Kugel voraus – Einzelheiten erklärt unser Leitfaden zu Bohrung und Fingeranpassung. Spielen Sie noch mit einer Hauskugel, beginnen Sie mit der Wahl Ihrer ersten Kugel.

Griffdruck

Wer die Kugel zu fest hält, verliert Umdrehungen. Ein lockerer Griff lässt die Kugel sauber von den Fingern rollen. Auch Spannweite und Winkel der Fingerlöcher beeinflussen, wie die Finger die Kugel verlassen; ein Pro-Shop kann beides prüfen.

Der Release

Der Daumen verlässt die Kugel zuerst, danach heben die Finger durch die Kugel. Wer die Hand zu früh oder zu schnell dreht, verliert meist Umdrehungen, statt welche zu gewinnen. Bleiben Sie hinter der Kugel und lassen Sie die Rotation aus dem Anheben der Finger entstehen. Einen Überblick über die verschiedenen Stile gibt unser Leitfaden zu den Release-Techniken beim Bowling.

Auch das Timing zählt: Der Release sollte mit dem Gleiten im letzten Schritt zusammenfallen. Manche Spieler wechseln für mehr Umdrehungen zum beidhändigen Stil; das verändert den gesamten Bewegungsablauf und gelingt am besten mit einem Trainer.

Übungen für mehr Umdrehungen

Bowler im Durchschwung nach dem Abwurf der Kugel
Kurze Übungen helfen Ihnen, die Rotation zu spüren.

Ein-Schritt-Übung

Beginnen Sie einen Schritt vor der Foul-Linie und konzentrieren Sie sich nur auf einen sauberen Release. Ohne den vollen Anlauf spüren Sie, wie Daumen und Finger die Kugel verlassen.

Release ohne Kugel

Schwingen Sie den Arm ohne Kugel und üben Sie das angewinkelte Handgelenk, die Hand hinter der Kugel und den Daumen, der zuerst herausgeht. Sitzt die Bewegung, nehmen Sie die Kugel dazu.

Video von hinten

Filmen Sie Ihren Release von hinten und in Zeitlupe. So sehen Sie, ob das Handgelenk seine Position hält und wie die Kugel die Hand verlässt. Wie Sie das aufbauen, zeigt unser Beitrag zur Videoanalyse.

Realistische Erwartungen

Ein neuer Release ist ein antrainierter Bewegungsablauf. Meist dauert es einige Wochen, bis Sie einen Unterschied spüren, und länger, bis er auch unter Druck hält. Üben Sie ihn im Training statt am Ligaabend, und messen Sie Ihre Rev Rate von Zeit zu Zeit statt nach jedem Wurf.

Wann mehr Umdrehungen nicht die Lösung sind

Genauigkeit geht vor. Verfehlen Sie Ihr Ziel um ein paar Bretter, rettet auch mehr Rotation den Wurf nicht. Arbeiten Sie an Ihren Spares, lernen Sie, die Bahn zu lesen, und halten Sie Ihren Rhythmus wiederholbar. Die USBC empfiehlt, sich auf Umdrehungszahlen zu konzentrieren, die Sie im Wettkampf wiederholen und nutzen können, statt auf Ihren Höchstwert.

Auch ein gleichmäßiges Gleiten im letzten Schritt hilft. BOWLIO Bowlingschuhe haben unter beiden Schuhen eine Gleitlaufsohle aus echtem Leder und eignen sich für Links- und Rechtshänder, vom Einsteiger bis zum Profi.

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