Videoanalyse beim Bowling: die eigene Technik prüfen
Wie Sie Ihren Wurf mit dem Smartphone filmen, welche fünf Punkte Sie in Zeitlupe prüfen – Timing, Schwungbahn, Release, Gleitschritt und Durchschwung – und wie daraus eine einfache Video-Routine wird.
Vieles, was beim Wurf schiefgeht, passiert zu schnell, um es zu spüren. Die Videoanalyse beim Bowling macht es sichtbar: In Zeitlupe von der Seite und von hinten gefilmt, lassen sich Timing, Schwung, Release, Gleitschritt und Durchschwung Bild für Bild prüfen. Für den Anfang genügt ein Smartphone.
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihr Smartphone aufstellen, auf welche fünf Punkte Sie achten und wie aus dem Filmen eine einfache Routine wird.
Smartphone für die Videoanalyse beim Bowling einrichten
Aufnahme-Einstellungen
- Nutzen Sie den Zeitlupenmodus. Die meisten aktuellen Smartphones filmen mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde und zeigen den Release damit deutlich klarer als ein normales Video.
- Filmen Sie in der höchsten Auflösung, die der Zeitlupenmodus erlaubt, damit Sie später auf die Hand zoomen können.
- Zoomen Sie nicht während der Aufnahme, sondern erst beim Abspielen – so bleibt das ganze Bild erhalten.
- Achten Sie auf gutes Licht. Manche Bowlingcenter sind eher dunkel, und Zeitlupe braucht mehr Licht als ein normales Video.
- Fragen Sie an vollen Abenden vorher, ob Sie filmen dürfen, und halten Sie andere Gäste aus dem Bild.
Kameraperspektiven
Seitenansicht. Stellen Sie das Smartphone auf ein kleines Stativ, einige Meter seitlich des Anlaufs und etwa auf Hüfthöhe, sodass der ganze Anlauf und die Foullinie im Bild sind. Diese Perspektive zeigt, wie Schritte und Armschwung zusammenpassen, wie hoch der Rückschwung ist, wie Sie gleiten und wie Sie durchschwingen. Die meisten grundlegenden Fehler zeigen sich hier zuerst.
Ansicht von hinten. Stellen Sie die Kamera mittig hinter Ihren Anlauf, etwa auf Schulterhöhe – auf ein Stativ oder von einer Begleitperson gehalten. Diese Perspektive zeigt, ob der Arm gerade nach hinten und nach vorn schwingt, wie die Schultern ausgerichtet sind und wo die Kugel die Hand im Verhältnis zum Ziel verlässt.
Fünf Prüfpunkte im Bowling-Video
Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu verbessern. Wählen Sie pro Training einen Prüfpunkt und betrachten Sie ihn über mehrere Würfe.

1. Timing
Timing beschreibt, wie Armschwung und Schritte zusammenpassen. Bei einem üblichen Vier-Schritt-Anlauf beginnt das Vorschieben der Kugel (Pushaway) mit dem ersten Schritt, und Kugel und Gleitfuß sollten gemeinsam an der Foullinie ankommen. Bild für Bild sehen Sie, ob die Kugel die Hand verlässt, bevor das Gleiten beendet ist (frühes Timing), oder erst, nachdem der Fuß stillsteht (spätes Timing). Zur Auffrischung der Schrittfolge: der Anlauf beim Bowling in vier Schritten.
2. Schwungbahn
Die Ansicht von hinten zeigt, ob der Arm wie ein Pendel gerade nach hinten und gerade in Richtung Ziel schwingt oder ob die Kugel hinter den Rücken wandert oder seitlich ausschert. Beides macht die Linie schwerer wiederholbar. Typische Ursachen und Korrekturen finden Sie unter fünf Fehler im Armschwung.
3. Release
Beim klassischen Release verlässt zuerst der Daumen die Kugel, dann folgen die Finger. Prüfen Sie in Zeitlupe, wo die Hand in diesem Moment ist – hinter und leicht unter der Kugel – und ob das von Wurf zu Wurf gleich aussieht. Sieht der Release jedes Mal anders aus, läuft auch die Kugel jedes Mal anders.
4. Gleitfuß
Achten Sie auf den letzten Schritt: Gleitet der Fuß ruhig bis zur Linie, oder stoppt er abrupt? Bleibt er hinter der Foullinie? Wer die Linie übertritt, begeht ein Foul, und in Liga und Turnier zählt der Wurf dann null. Prüfen Sie außerdem, ob der Fuß bei jedem Wurf in dieselbe Richtung zeigt.
5. Durchschwung
Der Durchschwung ist die Fortsetzung der Armbewegung nach dem Release; er hilft, die Kugel über das Ziel zu bringen. Im Video sehen Sie, ob der Arm locker nach oben weiterschwingt oder direkt nach dem Release abbricht.
Rev Rate per Video messen
Das Video zeigt auch, wie schnell sich Ihre Kugel dreht. Der US-Verband USBC beschreibt ein einfaches Verfahren: ein Stück Klebeband auf die Kugel kleben, den Release filmen und zählen, wie weit sich das Band über eine bestimmte Anzahl von Bildern nach dem Loslassen dreht. Die USBC empfiehlt zudem, nur Umdrehungszahlen zu trainieren, die Sie wiederholen und nutzen können. Mehr dazu in unserem Artikel Rev Rate beim Bowling erhöhen.
Apps für die Videoanalyse beim Bowling
Für den Anfang genügt die Kamera-App des Smartphones: Zeitlupe, Pause und Bild-für-Bild-Ansicht. Spezielle Analyse-Apps bieten zusätzlich etwa Linien und Winkel im Video, den direkten Vergleich zweier Würfe nebeneinander und das Teilen von Clips mit einem Trainer. Ein Beispiel ist OnForm mit Zeitlupe, Bild-für-Bild-Ansicht, Zeichenwerkzeugen, Sprachkommentar und Rückmeldung eines Trainers aus der Ferne; die App lässt sich vor der Wahl eines kostenpflichtigen Tarifs kostenlos testen. Coach's Eye, lange eine verbreitete Wahl dafür, wurde eingestellt.

Für die meisten Bowler reicht die eingebaute Zeitlupe. Eine spezielle App lohnt sich, wenn Sie Würfe nebeneinander vergleichen oder aus der Ferne mit einem Trainer arbeiten möchten.
Videoanalyse mit Trainer
Wenn Sie mit einem Trainer arbeiten, schicken Sie ihm Ihre Aufnahmen von der Seite und von hinten vor der Trainingsstunde. So kann die Stunde für Übungen genutzt werden statt für die Fehlersuche. Manche Trainer bieten auch eine Analyse aus der Ferne an: Sie laden Ihre Clips hoch und erhalten kommentierte Rückmeldungen.
Eine einfache Video-Routine
Filmen Sie in jedem Training die ersten und die letzten Würfe – so sehen Sie Ihren Wurf ausgeruht und müde. Sehen Sie sich die Aufnahmen vor dem nächsten Training an, wählen Sie einen Prüfpunkt und vergleichen Sie Ihre Videos Woche für Woche. Was sich richtig anfühlt, ist nicht immer das, was die Kamera zeigt – und die Kamera urteilt zuverlässiger.
Die Schuhe im Video
Die Seitenansicht zeigt auch Ihr Gleiten. Ist der Gleitschritt einmal kurz und beim nächsten Wurf lang, lohnt ein Blick auf die Schuhe: Leihschuhe werden von vielen Gästen getragen, und ihre Sohlen nutzen sich mit der Zeit ab – sie können von Paar zu Paar unterschiedlich gleiten. Bowlingschuhe von BOWLIO haben eine durchgehende Ledersohle unter beiden Schuhen und sind damit für Links- und Rechtshänder geeignet, vom Einsteiger bis zum Profi; auch das Obermaterial ist echtes Leder.
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